Motivation Jugendliche

Die Motivationslüge

Die Motivationslüge: Warum wir unsere Teenager nicht motivieren können. 

Wo ist sie hin, die Motivation? Jugendliche fallen ab dem 12. Lebensjahr in ein Motivationsloch, d.h. sie sacken mit den Schulleistungen ab und helfen nicht mehr im Haushalt mit.

Teenager schläft

Dafür ist Chillen die neue Lieblingsdisziplin. Diese „Null-Bock-Stimmung“ zieht Ärger mit sich. Warum Jugendliche sich in der Pubertät nur schwer motivieren können, was im Hirn passiert und wie du als Eltern die Motivation bei deinem Teenie triggerst, erkläre ich dir hier. 

Wie funktioniert das Gehirn eines Jugendlichen?

Das Teenie-Hirn schaltet sich zu Anfang der Pubertät einmal ab und schaltet sich später vom Nacken aus nach vorn Richtung Stirn wieder an, wie die einzelnen Flutlichter in einer Lagerhalle. Das letzte Lämpchen, was dabei angeht, ist der Präfrontale Cortex im Hirn deines Teenagers. Dieser Abschnitt sitzt in der Stirn und ist für rationales Denken, logisches Handeln, Planung und Konsequenzdenken zuständig.

Bis zum 17. Lebensjahr ist es dunkel in diesem Hirnareal und die Jugendlichen sind emotionsgesteuert. Dafür arbeitet die Amygdala, das Zentrum für die Emotionen, auf Hochtouren, was dein Teenie emotional flexibel macht. Zickereien und Stimmungsschwankungen häufen sich.

Motivation Jugendliche

Motivation vs. Willenskraft

Alles, was mit dem Verstand gesteuert wird, ist Willenskraft. Diese Kraft verbraucht wahnsinnig viel Energie, d.h. Willenskraft wird vom Kopf gesteuert. Sätze, wie „Es muss ja erledigt werden“, „Außer mir macht es ja eh keiner“ oder „Es nützt ja nichts, also Augen zu und durch“ sind typische Willenskraftargumente.

Diesen rationalen Antrieb braucht der Mensch, aber das hat nichts mit Motivation zu tun. Der Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg ist, die Motivation zu vergrößern.

Alles, was aus purer Motivation heraus passiert, fällt leicht.

Beispiel: Du fährst gern Fahrrad. Da kann es noch so anstrengend sein, einen Berg hinaufzufahren, oben angekommen, bist du stolz auf deine brennenden Oberschenkel, weil du es geschafft hast und diese Tour selbst wolltest. Du bist motiviert.

Fährst du nun aus reiner Willenskraft dieselbe Strecke, kommst du zwar oben an, dir fehlt aber jegliches Hochgefühl und bist eher gestresst.

Motivation

Motivation erzeugt eine Sogwirkung.

 Es gibt zwei Arten von Motivation. Die intrinsische und die extrinsische Motivation.

Die intrinsische Motivation ist die höchste Form der Motivation, diese kommt aus unserem Inneren. 

Bei der extrinsischen Motivation wirst du von außen angetrieben. Optimal ist es, von der extrinsischen Motivation „ich möchte weg von“ zu einer intrinsischen Motivation „ich möchte hin zu“ überzugehen.

Die intrinsische Motivation raubt keine Energie, sondern gibt sogar welche.

Soll nun dein Teenager zuhause motiviert werden, bringt es nichts ihm mit logischen Argumenten zu konfrontieren, weil einerseits der Präfrontale Cortex offline ist und so nur die Willenskraft angesprochen wird und andererseits Emotionen kaum mit Willenskraft gesteuert werden können.

Motivation

Du kannst dein Kind ohne Motivation niemals zum Lernen zwingen. 

Wenn du jetzt nicht sofort Vokabeln lernst, nehme ich dir das Handy weg!“. Wärst du motiviert? Wohl kaum.

Vielleicht lernt dein Kind dann zwar, aber für dich und nicht aus eigener, intrinsischer Motivation heraus und schon gar nicht für sich.

Motivation

Hinzukommt, dass Eltern gerne die eigenen Ängste ihrem Teenager überstülpen, d.h. sie picken sich eine Momentaufnahme heraus, hier oft die schulische Leistung, und beziehen diese Sequenz auf die ganze Zukunft: „Was soll aus dir werden, wenn du jetzt nicht lernst?“. Dabei ist das schlimmste Szenario oft gar kein Weltuntergang, oder? Mögliche Konsequenzen sind:

  • Eine schlechte Note
  • ein mieses Zeugnis
  • eine Ehrenrunde
  • oder ggf. ein Schulwechsel.

Meist realisieren Jugendliche den Ernst der Lage eh irgendwann selbst und fangen sich.

Nimm dir und deinem Kind den Druck heraus und gib die Verantwortung fürs Lernen an dein Teenie zurück. Solange du mit Strafen nur die Willenskraft ansteuerst, wird dein Kind nicht anfangen, sich zu motivieren.

Motivation

Ein starkes Vorbild ist entscheidend für die Motivation.

Sei dir als Elternteil bewusst, dass du Vorbild bist. Jugendliche tun nicht das, was du sagst, aber das, was du tust. Wenn du also seit Jahren abends nörgelig, gestresst und abgespannt nach Hause kommst, suggerierst du auf unbewusster Ebene deinem Teenager, dass du auch null Bock hast.

Welche Motivation hat dein Kind dann zu lernen? Das Argument, dass es Lernen muss, um einen guten Job später zu ergattern, ist quasi hinfällig, weil du signalisierst, dass Arbeit Energie saugt und Stress ist.

Motivation Jugendliche

Wie mache ich das? Unser Antrieb ist das gemeinsame Familienziel: Ein Hof mit viel Platz für Tiere und Besucher auf dem Land. Arbeiten und Lernen wird umgedeutet, sodass die Anstrengungen einen neuen, positiven Rahmen bekommen. Jedes Familienmitglied weiß genau, für was sich angestrengt wird.

Eine Herangehensweise, um dein Kind intrinsisch zu motivieren, ist, dass du dir anschaust, was dein Teenager besonders gern macht, was es richtig gut kann. Das muss nichts mit Schule zu tun haben, sondern können ganz simple Dinge sein, wie das nächste Level bei Fortnite erreichen, Fahrrad fahren, eine Serie gucken oder Lesen. Was motiviert dein Teenie?

Dazu braucht dein Kind ein starkes Zielbild, wofür es lernen möchte. Integriere die Träume und        Visionen deines Kindes in den Lernalltag.         

Motivation

Deine Sorgen sind keine Motivation für dein Kind. 

Sorgen machen ist wie Schaukeln – Du hast das Gefühl, du bist die ganze Zeit in Bewegung, kommst aber nicht voran.

Wenn dein Kind also zu der Sorte Jugendlichen gehört, die sich nicht motivieren lassen und stinkefaul bleiben, egal, welches Zielbild du ansteuerst, dann ist es deine Aufgabe, dies auszuhalten und es nicht persönlich zu nehmen.

Dein Teenie lernt nicht nicht, um dich zu ärgern, sondern weil es einfach keine Lust hat. Halte das aus!

 

Inhalt und Podcast: Kira Liebmann, Blogbeitrag: Susanne Hentschel

Folgen, die dir gefallen könnten: 

#30: Fängt die Pubertät immer früher an?

#25: So erreichst du deine Ziele

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Über

Meine Kunden sind liebevolle Eltern, die sich aufgrund der Pubertät ihres Kindes manchmal hilflos, ratlos oder wütend fühlen. 

Mit den Pubertät-Überlebens-Trainings helfe ich dir, die Pubertät deines Kinder zu leben, ohne dabei wahnsinnig zu werden.

Erstgespräch

Buche hier direkt online dein kostenfreies Erstgespräch: